Gesundheit

Trump sagt, er werde mit Putin über gemeldeten Pest-Todesfall in Russland sprechen

Eine Laborangestellte in Irkutsk starb am 2. Oktober; die russischen Behörden führen den Tod auf eine Lungenentzündung unbekannter Ursache zurück, während die WHO das Risiko außerhalb Russlands als sehr gering bezeichnet.

07. Okt. 2026, 00:17 UTC4 Min. Lesezeit4 Quellen

Die Fakten

  • Eine 27-jährige Mitarbeiterin des Irkutsker Anti-Pest-Forschungsinstituts für Sibirien und den Fernen Osten starb am 2. Oktober, nachdem sie mit einer schweren Lungenentzündung eingeliefert worden war, berichtete El País.
  • Rospotrebnadzor, die russische Gesundheitsbehörde, führt den Tod auf eine 'Lungenentzündung unbekannter Ätiologie' zurück und erklärt, keine mit ihrer Arbeit in Verbindung gebrachten Mikroorganismen gefunden zu haben, berichtete El País.
  • Die WHO stufte das Risiko außerhalb Russlands am Dienstag als 'sehr gering' ein und erklärte, sie stehe mit den russischen Behörden in Kontakt, berichtete Die Welt.
  • Trump sagte, er werde 'sehr bald' mit Putin sprechen, und die USA führten 'sehr intensive Gespräche', wie Die Welt und die South China Morning Post berichteten.
  • El País berichtete über etwa 200 Kontaktpersonen unter Beobachtung; lokale Medien nannten die Zahl 197, was von den russischen Gesundheitsbehörden nicht bestätigt wurde.

US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, er werde 'sehr bald' mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über einen gemeldeten Pest-Todesfall in Russland sprechen, wie Die Welt und die South China Morning Post berichteten. Im Weißen Haus nach Einschätzungen der US-Geheimdienste gefragt, sagte Trump, die Vereinigten Staaten führten 'sehr intensive Gespräche' und am Mittwoch könne wahrscheinlich mehr berichtet werden, so Die Welt. Am Montag sagte Trump, die USA seien bereit, Russland bei der Bewältigung der Situation zu helfen, und bezeichnete die Krankheit als schwere Erkrankung, berichtete Die Welt.

Die Mitarbeiterin, eine 27-jährige Angestellte des Irkutsker Anti-Pest-Forschungsinstituts für Sibirien und den Fernen Osten, starb am 2. Oktober, nachdem sie mit einer schweren Lungenentzündung in ein Krankenhaus in Schelechow nahe der Gebietshauptstadt eingeliefert worden war, berichtete El País. Rospotrebnadzor, die russische Gesundheitsbehörde, führt den Fall auf eine 'Lungenentzündung unbekannter Ätiologie', also unbekannter Ursache, zurück und erklärt, keine mit ihrer beruflichen Tätigkeit in Verbindung gebrachten Mikroorganismen gefunden zu haben, so El País. El País berichtete, die Behörden hätten eine Behauptung bestritten, die in Telegram-Kanälen und lokalen Medien kursierte, sie sei an einer am Arbeitsplatz erworbenen Infektion gestorben.

El País berichtete, der Tod habe in der Region einen Notstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit ausgelöst und die Behörden hätten den Zugang zum Krankenhaus beschränkt, während etwa 200 Kontaktpersonen unter Beobachtung stünden. Lokale Medien nannten für die Zahl der unter Beobachtung stehenden Personen 197, eine Angabe, die von den russischen Gesundheitsbehörden nicht bestätigt wurde, die laut El País die Ergebnisse ihrer Analysen nicht veröffentlicht haben. Die South China Morning Post berichtete, die russischen Behörden hätten bestritten, Anti-Pest-Maßnahmen verhängt zu haben, und Berichte über einen Vorfall in dem Institut in der sibirischen Region Irkutsk in der vergangenen Woche heruntergespielt.

Die Weltgesundheitsorganisation stufte das Risiko außerhalb Russlands am Dienstag als 'sehr gering' ein und erklärte, sie stehe nach Berichten über den Tod der Mitarbeiterin mit den russischen Behörden in Kontakt, berichtete Die Welt. Die Welt berichtete außerdem, dass nach Angaben der US-Geheimdienste ein Pestfall in Russland aufgetreten sei. Die South China Morning Post berichtete, Washington habe Moskau zu Transparenz gedrängt.

Die Pest wird durch das Bakterium Yersinia pestis verursacht und bleibt in tierischen Reservoiren aktiv, insbesondere in Kleinsäugern und den von ihnen getragenen Flöhen, mit etwa 2.000 Fällen pro Jahr in Afrika, Asien und den Amerikas, berichtete El País. Die häufigste Form ist die Beulenpest, die mit geschwollenen Lymphknoten einhergeht; die Lungenpest, die die Lunge befällt, ist weitaus seltener und schwerwiegender, so El País. Brendan Wren, Professor für mikrobielle Pathogenese an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, sagte dem Science Media Centre, Yersinia pestis sei 'ziemlich übertragbar, aber nicht so sehr wie SARS-CoV-2', das Virus, das Covid-19 verursacht, berichtete El País.

Die Inkubationszeit beträgt gewöhnlich ein bis drei Tage, und eine unbehandelte Lungenpest kann schnell tödlich verlaufen, spricht aber auf Antibiotika an, wenn diese früh gegeben werden, sofern keine antimikrobielle Resistenz vorliegt, so El País. Der Epidemiologe Malick Gibani vom Imperial College London sagte in vom Science Media Centre verbreiteten Kommentaren, die Identifizierung, Testung und vorsorgliche Isolierung der Kontaktpersonen einer Laborangestellten, die eine kompatible Erkrankung entwickelt, sei eine verhältnismäßige Maßnahme. Ian Jones, ein Spezialist an der University of Reading, sagte, wenn dies ein Laborunfall gewesen sei, sei das Risiko einer viel weiteren Ausbreitung gering, weil die Kontaktpersonen identifiziert worden seien und bei jedem Anzeichen, das mit einer Infektion vereinbar ist, behandelt werden könnten.

Hintergrund

Die Welt berichtete, dass das geplante Telefonat in eine angespannte Phase zwischen Washington und Moskau fällt: Die Trump-Administration muss bis zum 18. Oktober entscheiden, welche russischen Institutionen, Unternehmen oder Personen sie nach einem neuen US-Sanktionsgesetz sanktionieren will. Trump unterzeichnete am 18. September den Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act, so Die Welt. Die Ukraine hat der US-Regierung und dem Kongress eine Liste russischer Unternehmen, Schiffe und Personen vorgelegt, die sie nach dem Gesetz sanktioniert sehen will, berichtete Die Welt.

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