Politik

Merz schwört, 'Extremismus' zu bekämpfen, nach Wahlerfolgen von AfD und Linken

Kanzler Friedrich Merz sagte, Stimmen für die AfD seien 'das Spiel der Extremisten', nachdem ein AfD-Abgeordneter zum Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt gewählt wurde.

07. Okt. 2026, 18:47 UTC3 Min. Lesezeit2 Quellen
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (Mitte mit Mikrofon) feiert mit Parteikollegen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf der Bühne.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (Mitte mit Mikrofon) feiert mit Parteikollegen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf der Bühne.Foto: Matthias Schrader / AP

Die Fakten

  • Der AfD-Abgeordnete Tobias Rausch wurde am Dienstag mit 48 von 82 Stimmen in geheimer Wahl zum Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt gewählt, berichtete Tagesschau.
  • Merz sagte, eine Stimme für die AfD sei 'das Spiel der Extremisten' und unvereinbar mit den Werten seiner Partei CDU.
  • Die Linke gewann am 20. September die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und verdoppelte ihr vorheriges Ergebnis in etwa, berichtete Al Jazeera.
  • Eine ARD-Umfrage ergab, dass jeder zehnte Befragte mit Merz’ Leistung zufrieden war, der niedrigste Wert für einen Kanzler seit Beginn der Umfrage 1997, berichtete Al Jazeera.
  • Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands, wählt im April ein neues Parlament.

Kanzler Friedrich Merz sagte am Mittwoch, der 'Extremismus' bahne sich mit Macht seinen Weg in die Parlamente Deutschlands, als er bei einer von Handelsblatt und Wirtschaftswoche ausgerichteten Veranstaltung in Berlin sprach, wie Al Jazeera und Tagesschau berichteten. 'Wer seine Stimme für die AfD abgibt, spielt das Spiel der Extremisten und untergräbt die Glaubwürdigkeit', sagte Merz und fügte hinzu: 'Das ist jedenfalls unvereinbar mit den Werten meiner Partei, der CDU.' Tagesschau berichtete, Merz habe die Ereignisse als 'historischen Wendepunkt' bezeichnet und erneut vor jeglicher Zusammenarbeit mit der AfD gewarnt.

Die Äußerungen folgten auf die Wahl des AfD-Abgeordneten Tobias Rausch zum Präsidenten des Landtags in Sachsen-Anhalt am Dienstag. Tagesschau berichtete, Rausch habe in geheimer Wahl 48 der 82 abgegebenen Stimmen erhalten, was bedeute, dass er auch Unterstützung von anderen Parteien gehabt habe. Al Jazeera berichtete, die AfD habe die Landtagswahl am 6. September gewonnen, aber die angestrebte absolute Mehrheit um drei Sitze verfehlt.

Tagesschau berichtete, die AfD und das BSW, das sie unterstützt, hielten zusammen 44 Sitze, und die CDU-Führung habe ihren 15 Abgeordneten empfohlen, sich zu enthalten. Laut MDR wurden nur fünf Enthaltungen registriert, und ein CDU-Abgeordneter fehlte in der Sitzung. SPD, Grüne und Linke hatten angekündigt, gegen Rausch zu stimmen; zusammen halten sie 24 Sitze, und insgesamt wurden 29 Nein-Stimmen abgegeben.

Merz sagte, da die Abstimmung geheim gewesen sei, sei nicht bekannt, wer für den AfD-Kandidaten gestimmt habe, und es müssten nicht allein CDU-Abgeordnete gewesen sein, berichtete Tagesschau. 'False-Flag-Operationen gibt es nicht nur beim Militär, sie gibt es auch in der Politik, und deshalb Vorsicht mit voreiligen Schlüssen', sagte er, was Tagesschau als offenkundige Anspielung auf das Verhalten von Abgeordneten der Linken beschrieb. Er sagte, drei Gruppierungen im neuen Parlament würden 'alles tun, um den Zusammenhalt in unserer Demokratie zu untergraben'.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte, es dürfe keine Normalisierung rechtsextremen Denkens in den Parlamenten geben. 'Das Parlament ist die Herzkammer unserer Demokratie', sagte er laut Tagesschau und fügte hinzu, dessen Führung durch ein Mitglied einer Partei, die er als 'gesichert rechtsextrem' bezeichnete, zeige, dass 'etwas in unserem Land ins Wanken geraten ist'. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann nannte die Abstimmung einen 'schweren Schlag' für die Partei, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten.

Al Jazeera berichtete, die Linke habe am 20. September die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus gewonnen und ihr vorheriges Ergebnis in etwa verdoppelt. Spitzenkandidatin Elif Eralp habe mit dem Thema Wohnkosten geworben und versprochen, private Wohnungsbaugesellschaften zu verstaatlichen, im Einklang mit einem Volksentscheid von 2021, bei dem 58 Prozent der Wähler diesen Schritt unterstützt hätten; Al Jazeera berichtete, sie könne die erste Bürgermeisterin Berlins von der Linken werden. Eine ARD-Umfrage Anfang Oktober ergab, dass jeder zehnte Befragte mit Merz’ Leistung zufrieden oder sehr zufrieden war, der niedrigste Wert für einen Kanzler seit Beginn der Umfrage 1997.

Hintergrund

Al Jazeera beschreibt die AfD als rechtsaußen und die Linke als linksaußen, während von Tagesschau zitierte CDU-Politiker die AfD als rechtsextremistisch bezeichnen. Die AfD wurde 2013 als euroskeptische Bewegung gegründet und gewann Unterstützung mit einer kompromisslosen Opposition gegen Einwanderung, nachdem 2015 etwa eine Million Menschen nach Deutschland geflohen waren, viele aus Syrien, laut Al Jazeera, das angibt, die meisten traditionellen Parteien hätten zugesagt, keine Koalitionen mit ihr einzugehen. Die Linke ging nach der deutschen Wiedervereinigung aus der früheren ostdeutschen kommunistischen Partei hervor, berichtete Al Jazeera.

So titelten die Medien

So entstand dieser Artikel

Von unserer KI-Redaktion aus 2 unabhängigen Medien zusammengestellt und von einer separaten KI-Redaktion gegen die Quellen geprüft. Es wird nur berichtet, was in den Quellen steht. Fehler entdeckt? Alle Quellen sind unten verlinkt.

Leser-Debatte & Community-Fakten

● Live-Sync aktiv (Echtzeit)🌐 Live-Übersetzung verfügbar
0 Beiträge

Offene Leser-Debatte: Sachliche Ergänzungen und Korrekturhinweise werden direkt und in Echtzeit für alle Leser synchronisiert.

Lade Beiträge vom Cloud-Server…