Wirtschaft

Deutschland blockiert Cosco-Kauf von 80 Prozent des Hamburger Logistikunternehmens Zippel

Die Bundesregierung erklärte am 7. Oktober 2026, sie habe den Verkauf von 80 Prozent des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische staatliche Schifffahrtsgruppe Cosco aus Sicherheitsgründen untersagt.

07. Okt. 2026, 12:10 UTC2 Min. Lesezeit1 Quellen
Ein großes Containerschiff von Cosco Shipping, beladen mit Frachtcontainern, liegt in einem Hafen. Im Hintergrund sind Hafeninfrastruktur und eine Skyline der Stadt zu sehen.
Ein großes Containerschiff von Cosco Shipping, beladen mit Frachtcontainern, liegt in einem Hafen. Im Hintergrund sind Hafeninfrastruktur und eine Skyline der Stadt zu sehen.Foto: dpa

Die Fakten

  • Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums erklärte am 7. Oktober 2026, die Regierung habe den Verkauf von 80 Prozent von Zippel an Cosco untersagt.
  • Das Ministerium erklärte, es werde eine förmliche Untersagungsverfügung erlassen; als Grund wurden Sicherheitsbedenken angegeben.
  • Das Bundeskartellamt hatte das Geschäft im Februar aus Wettbewerbsgründen freigegeben.
  • Ende April wurde bekannt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz Bedenken wegen der Übernahme hatte.
  • Zippel befördert Waren per Zug, Schiff und Lkw über Seehäfen wie Hamburg und Bremerhaven und hat rund 350 Mitarbeiter.

Die Bundesregierung hat den Verkauf von 80 Prozent des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische staatliche Reederei Cosco untersagt. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums sagte dies am 7. Oktober 2026 nach einer Kabinettssitzung. Das Ministerium erklärte, es werde die förmliche Untersagungsverfügung danach erlassen. Der Sprecher sagte, der Grund seien Sicherheitsbedenken gewesen.

„Die Übernahme hätte Abhängigkeiten vertieft und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten in Deutschland und der EU gefährdet“, sagte der Sprecher (aus dem Deutschen übersetzt). Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas begrüße ausländische Investitionen, sagte der Sprecher. „Zugleich könne es Investitionen geben, die die Sicherheit des Landes gefährden.“

Die Regierung könne den Erwerb eines deutschen Unternehmens durch einen ausländischen Investor nach dem Außenwirtschaftsgesetz und der Außenwirtschaftsverordnung im Einzelfall prüfen, sagte der Sprecher. Geprüft werde, ob der Erwerb voraussichtlich die öffentliche Ordnung oder Sicherheit gefährden würde, so der Sprecher.

Das Bundeskartellamt erklärte im Februar, Cosco könne aus Wettbewerbssicht 80 Prozent der Anteile von Zippel übernehmen. Ende April wurde laut Tagesschau bekannt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz Bedenken wegen der Übernahme hatte.

Zippel transportiert Waren per Zug, Schiff und Lkw, darunter Güter, die in den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven ankommen, laut Tagesschau. Das Unternehmen hat nach früheren, von Tagesschau zitierten Angaben rund 350 Mitarbeiter.

Cosco ist laut Tagesschau gemessen am Transportvolumen eines der größten Schifffahrtsunternehmen der Welt. Das Unternehmen hält bereits 24,99 Prozent am Hamburger Containerterminal Tollerort. Im Jahr 2022 brach in der damaligen Bundesregierung ein politischer Streit darüber aus, ob die chinesische Beteiligung zugelassen werden sollte, und das Kabinett entschied, eine Cosco-Beteiligung unter 25 Prozent zu erlauben.

Hintergrund

Das deutsche Außenwirtschaftsrecht erlaubt es der Regierung, ausländische Übernahmen deutscher Unternehmen im Einzelfall zu prüfen und Geschäfte zu untersagen, die die öffentliche Ordnung oder Sicherheit gefährden könnten. Die Entscheidung folgt auf einen Streit in der Bundesregierung aus dem Jahr 2022 über Coscos Beteiligung an einem Hamburger Containerterminal.

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