Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas tritt nach Tod ihrer Stieftochter zurück
Bärbel Bas trat als Arbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende zurück und nannte die Trauer über den Tod ihrer Stieftochter als Grund; die SPD bestätigte gegenüber Reuters, dass Alexander Schweitzer ihre Nachfolge antreten wird.
Die Fakten
- Bärbel Bas trat am 12. Oktober als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende zurück.
- Als Grund nannte sie die Trauer über den Tod ihrer Stieftochter.
- Die SPD bestätigte gegenüber Reuters, dass Alexander Schweitzer ihre Nachfolge im Arbeitsministerium antreten wird.
- Die Welt berichtete, dass noch offen ist, wer den SPD-Co-Vorsitz übernimmt.
- Politico berichtete, dass SPD-Co-Vorsitzender Lars Klingbeil eine geplante Indienreise absagte.
Bärbel Bas trat am 12. Oktober als Bundesarbeitsministerin und als Co-Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) zurück. In einer persönlichen Erklärung sagte sie, sie lege den SPD-Co-Vorsitz mit Wirkung zum selben Tag nieder und habe Bundeskanzler Friedrich Merz gebeten, sie als Arbeitsministerin zu entlassen, wie Die Welt berichtete. Sie habe ihren Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil informiert, sagte sie.
Die 58-jährige Bas nannte die Trauer über den Tod ihrer Stieftochter als Grund. „Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich erkannt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten. Diese Zeit möchte ich mir nehmen. Da ich derzeit nicht die Kraft aufbringen kann, meine Regierungs- und Parteiarbeit kurzfristig in vollem Umfang auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben“, sagte sie laut Die Welt.
Die SPD bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Alexander Schweitzer, der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, die Nachfolge von Bas im Arbeitsministerium antreten wird. Die Welt berichtete, dass der stellvertretende Bild-Chefredakteur Paul Ronzheimer und der WELT-Podcast „Machtwechsel“ zuvor über die Ernennung berichtet hätten. Auch der Liveblog der FAZ berichtete, dass Schweitzer das Ministerium übernehmen sollte. Wer den SPD-Co-Vorsitz übernimmt, ist noch offen, berichtete Die Welt.
Klingbeil sagte, er sei „sehr traurig“ über die Entscheidung: „Hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen. Deshalb kann ich ihren Schritt persönlich verstehen.“ Er nannte die Angriffe gegen Bas in den letzten Tagen ihrer Trauer „unanständig“, wie Die Welt berichtete. Politico berichtete, dass Klingbeil wegen der Personalentscheidung eine geplante Reise nach Indien absagte.
Bas kritisierte auch den Koalitionspartner. Sie sagte, die öffentlichen Angriffe auf sie hätten in dieser persönlich schwierigen Zeit zugenommen, „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“, wie Die Welt berichtete. Manuela Schwesig, SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, sagte in einem Beitrag auf X: „Die Angriffe der CDU – trotz ihrer schwierigen persönlichen Situation – waren unmenschlich und rücksichtslos“, wie Die Welt berichtete.
Die Welt berichtete, dass die Union den Druck auf Bas erhöht habe, Gesetzentwürfe für Renten- und Arbeitsmarktreformen vorzulegen. Sie berichtete außerdem, dass die SPD nach verlorenen Landtagswahlen erklärt habe, Reformen dürften nicht allein an Kürzungen geknüpft werden.
Hintergrund
Bas’ SPD regiert in einer Koalition mit der Union aus CDU/CSU, die Die Welt als Koalitionspartner bezeichnet. Sie bekleidete zwei Ämter gleichzeitig: Bundesarbeitsministerin und eine der beiden SPD-Co-Vorsitzenden, an der Seite von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil.
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